traumpartner Frankfurt am Main - Bekanntschaft goethe schiller

Safranski: Ihre Freundschaft ist jedenfalls schon in ihrer Zeit als Überraschung empfunden worden.Und auch heute ist es vielen, selbst gebildeten Menschen, eine Überraschung, dass die beiden tatsächlich miteinander befreundet waren.Sie haben es sicher längst erraten, wer diese Verse verfasst hat, der eine war Johann Wolfgang Goethe und der andere sein Freund und Dichterkollege Friedrich Schiller.

Es wäre zu viel gesagt, dass Goethe in Vergessenheit zu geraten drohte, er war ja zu Lebzeiten schon ein Monument geworden. Wissen Sie, Goethe hatte gewiss auch manche schlechte Eigenschaft, Neid gehörte nicht dazu. Und dass da jetzt alle Welt diesen Schiller so verehrte, das erlebte er sogar in seiner unmittelbaren Umgebung.

Doch hatte er eine literarische Pause eingelegt, war in Italien gewesen.

Als er zurückkam, war Schiller ein Aufsteiger, ein Konkurrent, der auf einmal am literarischen Sternenhimmel aufgegangen war.

Rüdiger Safranski: Die Freundschaftskultur in dieser Zeit war sehr entwickelt, im 18.

Jahrhundert entsteht mit dem bürgerlichen Aufstieg ein Gefühl dafür, dass es schön ist, Gefühle zu zeigen. Es war also nicht unwahrscheinlich, dass auch Goethe und Schiller zueinanderfinden könnten.

Zuletzt bearbeitet 25-Oct-2015 05:27